ANDREAS
SCHEFFER / LISA SÖHNCHEN
... DEN ERFOLG IN
HÄNDEN HALTEN
Holz in den Händen zu halten und diesem mit scharfem Werkzeug eine Form zu geben, heißt im Wortsinn, ein Stück dieser Welt durch unmittelbares Tun zu begreifen. Aus diesem Erleben heraus entwickelt sich der Schaffensprozess, an dessen Ende ein nützliches, ästhetisch ansprechendes und mit Erinnerungen an die Arbeit aufgeladenes Werkstück entsteht.
Damit dies gelingen kann, vermittelt der Kurs den Dreiklang von Materialkunde, Werkzeughandhabung und Formensprache. So wird verständlich, wie sich Holz verhält, wie es bearbeitet wird und wie sich aus der gegenseitigen Bedingtheit von Materialbeschaffenheit, Konstruktion und Nutzungsabsicht eine gültige Form entwickeln lässt.
Wir benutzen Handwerkzeuge wie Handhobel, Handsägen und Stechbeitel, aber bei Interesse auch Kleinmaschinen wie Stichsäge und Verbindungsfräser. Wer noch nie einen Hobel in der Hand hatte, wird die Möglichkeit finden, diesen ausgiebig kennenzulernen – wer schon über grundlegende Fähigkeiten verfügt, kann sich eine Nische, wie etwa die Schellackpolitur, Intarsien oder komplexe Verbindungen suchen, um sich in dieser Richtung weiterzuentwickeln.
Abhängig von den Fähigkeiten und Ambitionen, den räumlichen und zeitlichen Begrenzungen entstehen kleinere Gegenstände wie Tabletts, Kästchen, Hocker und ähnliche Kleinmöbel. Individuelle Wünsche können und sollten bezüglich des Umfangs und der Holzbeschaffung im Vorfeld mit dem Kursleiter abgestimmt werden.
Ein Besuch in den Werkstätten von Kolleginnen und Kollegen vermittelt die verschiedenen Facetten des Holzhandwerks und zeigt, wie Menschen von ihrer Hände Arbeit leben.
Kursnummer 20704 68 Ustd. Kursgebühr 890,- Euro
Ort: Werkhof Kukate / Wendland / Lüchow-Dannenberg
Bitte den Kursablauf beachten (siehe unten).
ANDREAS SCHEFFER geb. 1960
Tischlerlehre im Massivholzmöbelbau, Studium der Kunstgeschichte,
Museumspraktika, Arbeit im Ausland, Meisterbrief. Langjährige Erfahrung im
Entwurf und Bau von Einzelmöbeln, Einrichtungen und Kleinserien. Lebt seit 1992
im Wendland. www.no-10.de
LISA
SÖHNCHEN geb. 1992
Tischlerlehre,
Ausbildung zur Holzbildhauerin. Lebt und arbeitet in Tübingen.
Zum Kursablauf
Am ersten Abend gehen wir nach dem gemeinsamen Abendbrot in die Werkstatt, sehen uns alles an und besprechen den Ablauf und wer an welcher Hobelbank arbeitet. Es stehen sieben mit Handwerkszeugen bestückte Hobelbänke zur Verfügung, zudem die erforderlichen Elektrowerkzeuge in Einzelausführung. Eigenes Werkzeug kann trotzdem gerne mitgebracht werden. Sicherheitsschuhe sind nicht zwingend erforderlich, festes Schuhwerk (keine Sandalen) schon.
Der Werkhof ist ein Selbstversorgerhof. Für den ersten Abend bringen wir mit, was uns für die ersten Mahlzeiten notwendig erscheint, danach kaufen wir aus gemeinsamer Kasse ein und kochen abwechselnd, meist zu zweit. Da es immer Menschen gibt, die schon einmal an den Kursen teilgenommen haben, gibt es hier eine gewisse Routine.
Wir frühstücken um 8:00 Uhr, fangen um 9:00 Uhr mit einem gemeinsamen Rundgang und dann mit der Arbeit an. Mittagessen mit anschließender Pause ist von circa 12:00 -14:30 Uhr und dann wird bis um 18:00 Uhr wieder gewerkelt. Der zweite Sonntag in den langen Kursen ist frei – bei zwölf Tagen führt ein Radfahr- oder Ausflug- oder Erholtag zu weniger Fehlern am Montag. Im kurzen Kurs wird durchgearbeitet.
Die Kurse sind in Bezug auf Kenntnisstand, Geschlecht und Alter unterschiedlich besetzt und das hat sich als sinnvoll herausgestellt. Am Anfang gibt es kleine Hobel- und Sägeübungen, um in die Materie zu kommen. Parallel werden mögliche Projekte und Vorstellungen besprochen, dann wird gezeichnet und schließlich das Holz besorgt und losgelegt. Die Arbeiten an den stationären Maschinen wie Formatkreissäge und Hobelmaschine werden von Lisa und Andreas erledigt.
In Andreas Werkstatt, die vier Kilometer entfernt liegt, sind die europäischen Holzarten in gewissem Umfang vorhanden, auch lässt sich bei Kollegen etwas besorgen.
In die Arbeit eingebunden sind kurze Abschnitte, in denen wir erklären, wie z.B. die Kappsäge sicher bedient wird, ein Stecheisen geschärft wird, eine Verbindung angezeichnet wird. Daneben geht es auch um das Verhalten des Holzes, Möbelkonstruktionen und vieles mehr. Über die Jahre sind einige Infoblätter entstanden, die man sich vor Ort ansehen kann.
Während der langen Kurse besuchen wir, meist an einem Vormittag, eine Kollegin oder einen Kollegen, die auf unterschiedliche Art und Weise Holz bearbeiten und von dieser Tätigkeit leben. Ein interessanter Blick über der Tellerrand.
So unterschiedlich die Motivationen an einem Kurs teilzunehmen auch sein mögen, alle möchten zwei Dinge mitnehmen: Erfahrung und Erlebnisse in der Holzbearbeitung und im Umgang mit Werkzeug und ein fertiges Werkstück. Hier das richtige Maß zu finden zwischen Anspruch und möglicher Realisierung ist auch für uns nicht immer einfach. Andererseits zeichnen sich die Kurse gerade dadurch aus, dass eine Vielfalt von Vorstellungen umsetzbar ist und so immer wieder individuelle Gegenstände entstehen. Gut ist es, am Anfang erst einmal mit einem überschaubaren Stück zu beginnen. Diejenigen, die schon Kurse belegt haben, können schon eher einschätzen, was machbar ist. Anregungen für Projekte können bei Bedarf zugesandt werden. Andreas Scheffer (info@no-10.de)
Materialkosten:
Für das Schärfen der Fräser, Kreissägeblätter, sowie die Bereitsstellung von Absaugbeuteln und ähnlichen Verbrauchsmaterialien wird ein Kostenbeitrag von 16 €/Teilnehmer erhoben. Die Materialkosten für das Holz und Hilfsmittel werden am Ende des Kurses je nach Holzart und Verbrauch berechnet.